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Schwäbische Zeitung: Windräder stehen ein Drittel der Zeit still

Autorenbild: Martin Hartmann
Martin Hartmann
vor 3 Stunden
2 Min. Lesezeit

Quelle: Schwäbische Zeitung (Dorothea Hecht), 28. Oktober 2026 – zum Originalartikel


Im Landkreis Tuttlingen (Baden-Württemberg) wird oft gespottet, die Windräder würden sich «nie drehen». Die Schwäbische Zeitung hat beim Betreiber der beiden grossen Windparks, dem Verbund Kommunalpartner, nachgefragt. Detaillierte Zahlen gibt es nicht – sie seien Geschäftsgeheimnis. Für den Windpark Junge Donau (fünf Anlagen) nennt der Betreiber aber eine Bandbreite: Im Jahr 2025 stand die beste Anlage 31 Prozent der Zeit still, die schlechteste 38 Prozent. Im Durchschnitt also rund ein Drittel des Jahres.


Zwei Gründe für weniger Strom als erwartet

Der Ertrag lag zuletzt rund zehn Prozent unter den Erwartungen. Als Ursachen nennt der Betreiber zu wenig Wind sowie technische Defekte, die 2025 aussergewöhnlich umfangreich ausfielen. Für Letztere springen zwar Herstellergarantien ein, mit den Erwartungen an die Anlagen sei dies aber nicht vereinbar.


Zur Einordnung der Zahlen: Der 2023 in Betrieb genommene Park Junge Donau besteht aus fünf Vestas-V150-Anlagen mit je 4,2 Megawatt. Erwartet wurden rund 50 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, angepriesen als Strom für 12'500 Vier-Personen-Haushalte (der Projektierer sprach sogar von 16'000). Tatsächlich reicht die Produktion derzeit für etwa 11'000 Haushalte. Der ältere Park Amtenhauser Berg (fünf Anlagen, 16,5 Megawatt, seit 2017) versorgt rechnerisch rund 7'500 Haushalte.


Abschaltungen sind fest eingeplant

Auch bei gutem Wind stehen die Rotoren oft still. Häufigster Grund sind Fledermäuse: In warmen, windarmen Nächten und in der Dämmerung werden die Anlagen abgestellt, um geschützte Arten vor Kollision und Verletzungen durch Druckunterschiede zu schützen. Hinzu kommen Abschaltungen für Wartungen, bei negativen Strompreisen an der Börse, bei Netzengpässen sowie automatische Abschaltungen gegen Schattenwurf auf Wohnhäuser. Abgesehen von den technischen Störungen sei all dies im üblichen Rahmen gewesen, so der Betreiber.


Wirtschaftlich rechnen sich die Parks nicht allein über den Stromverkauf: Grundlage ist die staatliche Förderung nach dem deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die den Betreibern eine abgesicherte Vergütung garantiert.


Einordnung von Gegenwind Aesch

Der Artikel bestätigt, was wir seit langem sagen: Die Werbeversprechen der Windbranche halten der Realität nicht stand. Ein Drittel Stillstand ist nur die halbe Wahrheit – auch wenn sich die Rotoren drehen, laufen sie meist weit unter Volllast. Rechnet man die Angaben zum Park Junge Donau nach (21 Megawatt Leistung, rund 45 statt 50 Millionen Kilowattstunden), liefern die Anlagen übers Jahr nur knapp ein Viertel dessen, was sie bei Dauerbetrieb unter Volllast könnten. Und dies in einer Region, die als geeignet galt.


Besonders aufschlussreich für Aesch: Der häufigste Abschaltgrund sind Fledermäuse. Gerade an waldnahen Standorten wie bei uns ist mit vielen Schutzabschaltungen zu rechnen – zusätzlich zu Flauten, Wartung und Netzengpässen. Am Ende bezahlen Steuer- und Stromzahler über Fördergelder für Anlagen, die einen Grossteil des Jahres wenig oder gar nichts liefern, während Landschaft, Natur und Anwohner die Lasten tragen. Umso wichtiger ist es, dass die Gemeinden mitentscheiden können.


Unterstützen Sie unsere Einzelinitiative «Schutz der Lebensgrundlagen – keine Windradmonster in Aesch» mit Ihrer Unterschrift!

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