Infosperber: Die windigen Behauptungen der Schweizer Wind-Lobby
Infosperber nimmt in einem Beitrag vom 22. Oktober 2026 die Werbeaussagen der Windbranche unter die Lupe. Das Fazit der Autorin Esther Diener-Morscher: Windenergie schliesst die winterliche Stromlücke nicht – und wird es auch künftig nicht können, weil sie schlicht zu wenig Strom liefert.
Prozentzahlen, die täuschen
Suisse-Eole wirbt damit, dass zwei Drittel des Windstroms im Winter anfallen, und nennt die Windkraft deshalb «systemrelevant». Infosperber hält dagegen: Der hohe Winteranteil verschleiert, wie klein die absolute Menge ist. Im letzten Winter lieferte die Windkraft gerade einmal 54 von rund 12'000 erzeugten Gigawattstunden. Trotzdem übernehmen auch die BKW und sogar der Kanton Luzern die Formulierungen der Wind-Lobby.
Kaum Wirkung auf die Importe
Gemäss den Zahlen von BFE und Swiss Energy-Charts (Winter 2016/17 bis 2025/26) produzierte die Windkraft im Schnitt rund 91 GWh pro Winter, die Solarenergie über 1'000 GWh – mehr als elfmal so viel. Die durchschnittlichen Netto-Importe lagen bei rund 3'900 GWh. Windstrom könnte diese um gerade einmal etwa zwei Prozent senken. Im Winter 2025/26: Wind 105 GWh, Solar 2'212 GWh, Netto-Import 6'760 GWh.
Optimistische Annahmen, ernüchternde Realität
Laut Suisse-Eole würden die laufenden Projekte mit einigen hundert Anlagen rund 1'800 GWh Winterstrom liefern. Selbst dann bliebe Wind hinter der bestehenden Photovoltaik (2'200 GWh im letzten Winter) zurück – und dass alle diese Anlagen bewilligt und gebaut werden, ist sehr unwahrscheinlich.
Neue Windräder werden mit über 7 GWh Jahresproduktion geplant. Tatsächlich erreicht nur die Anlage in Charrat VS knapp diesen Wert (6,8 GWh); die übrigen 49 Schweizer Windräder kommen im Schnitt auf rund 3 GWh, selbst die neuen Anlagen in Sainte-Croix VD nur auf 3,3 GWh.
Das oft zitierte Windpotenzial von 30 TWh ist reine Theorie: Dafür bräuchte es mindestens 4'500 Windräder, davon 2'000 im Mittelland. Heute stehen in der Schweiz 50.
Im Bau bzw. bewilligt sind aktuell 15 weitere Anlagen (VD, NE, Berner Jura) – zusammen geschätzt rund 95 GWh pro Jahr zusätzlich.
Der Österreich-Vergleich hinkt
Suisse-Eole verweist gerne auf Österreich mit rund 1'450 Windrädern. Diese stehen jedoch alle im flachen, windreichen Osten des Landes – im Westen, der topografisch mit der Schweiz vergleichbar ist, gibt es kein einziges.
Unsere Einschätzung
Der Artikel bestätigt, was Gegenwind Aesch seit Beginn sagt: Die Windräder, die im Kanton Zürich und in Aesch geplant sind, würden die Landschaft und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen – ohne einen relevanten Beitrag zur Versorgungssicherheit im Winter zu leisten. Wer mit «Winterstrom» für Windräder wirbt, sollte die absoluten Zahlen auf den Tisch legen.
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