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Moosburg (Bayern): 250-Meter-Windrad geplant – rentiert nicht, Fragen bleiben offen

Autorenbild: Martin Hartmann
Martin Hartmann
vor 13 Minuten
2 Min. Lesezeit

Im oberbayerischen Moosburg (Landkreis Freising) soll am Lohberg ein Bürgerwindrad mit 175 Metern Nabenhöhe und rund 250 Metern Gesamthöhe entstehen. Wie die tz berichtet, informierten Stadt und die Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land rund 70 Interessierte an einem Infoabend. Die Investition wird auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Bemerkenswert: Der Genossenschaftsvorstand räumte selbst ein, dass sich die Anlage unter den heutigen Rahmenbedingungen nicht rentieren würde, weil der Süden schlicht zu windarm ist. Man setzt auf eine mögliche «Süd-Quote» im deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz ab 2027.

Auch sonst blieben viele Fragen offen: Ein Schattenwurf-Gutachten soll erst erstellt werden, wenn das Projekt gestartet wird. Der Netzanschluss ist ungeklärt, die Infrastruktur in der Umgebung gilt als schwach. Beim Abstand zu Wohnhäusern kursierten am Abend unterschiedliche Zahlen (500, 750 Meter), erst am Tag danach nannte die Stadt 900 Meter. Auf die Frage, ob das Projekt gestoppt würde, wenn die Mehrheit der Anwohner dagegen wäre, verwies die Stadt auf den Stadtratsbeschluss – und darauf, dass die Flächen bereits per Pachtvertrag gesichert seien.


Unsere Einordnung

  • Ohne Subventionen kein Windrad: Wenn sogar der Betreiber zugibt, dass sich die Anlage an einem windschwachen Standort nicht rechnet, ist das ein deutliches Signal. Auch das Zürcher Mittelland gehört nicht zu den windreichen Regionen Europas – bezahlen müssten am Ende Steuer- und Stromzahler.

  • Erst entscheiden, dann prüfen? Schattenwurf, Netzanschluss, Abstände, Artenschutz: Die Fragen, die Anwohner am meisten betreffen, sollen erst geklärt werden, wenn die Weichen längst gestellt sind. Echte Transparenz sieht anders aus.

  • Dimensionen, die man nicht unterschätzen darf: 250 Meter Gesamthöhe sind rund doppelt so hoch wie der Prime Tower in Zürich. Solche Anlagen verändern Landschaft und Lebensqualität ganzer Ortschaften.

  • Mitsprache, bevor es zu spät ist: In Moosburg sind die Flächen schon gepachtet, bevor die Bevölkerung ihre Fragen stellen konnte. Genau deshalb setzen wir uns in Aesch dafür ein, dass Volk und Gemeinde frühzeitig das letzte Wort haben.


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