Windenergie - das Märchen vom Winterpfeiler
Seit Langem wird uns in Werbung und Medien weisgemacht, Windenergie sei der unverzichtbare Winterpfeiler unserer Energieversorgung. Das Märchen vom Winterpfeiler wird wohl auch am kommenden Donnerstagabend, 22. Oktober, in Bonstetten der Bevölkerung erneut aufgetischt. Diesmal von der "Windenergie Schweiz AG", welche für den Bürgerwindpark im Bonstetter und Hedinger Wald (Birch) wirbt. Doch wie steht es um den Windstrom-Winterpfeiler denn genau?
Eine Studie der ZHAW im Auftrag der Baudirektion des Kantons Zürich hat jedenfalls bereits 2023 aufgezeigt, dass das Potenzial an Solarstrom (PV) im Kanton Zürich sogar im Winter um mindestens das Vierfache grösser ist als dasjenige von Windenergie. Mit anderen Worten: Das von der Baudirektion angestrebte Ziel, 524 GWh Stromertrag pro Jahr mit Windkraftanlagen zu produzie ren, wäre durch Solarenergie voll und ganz ersetzbar. Hinzu kommt, dass der Bund vom Kanton Zürich lediglich einen Beitrag von 40 bis 180 GWh pro Jahr erwartet. Dass im Kanton Zürich praktisch alle geplanten Windenergiegebiete in den Wäldern zu stehen kämen, so auch im Knonauer Amt, rechtfertigt die Baudirektion im Mitwirkungsbericht damit, "dass das Planungsziel nicht ausserhalb des Waldes erreicht werden kann".
Die für den Windkraft-Ausbau vorgesehenen Millionen-Subventionen können aber in der gezielten Förderung von Solaranlagen und Speichertechnologien weitaus mehr bewirken ganz ohne Wald- und Naturzerstörung.
Unser Wald "stellt einen unverzichtbaren Raum für Erholung, Freizeit und Bildung dar. (...) Im Zusammenhang mit dem Klimawandel gewinnen insbesondere Wälder in der Nähe von Siedlungen aufgrund ihrer kühlenden Wirkung an Relevanz", schreibt der Bundesrat treffend in seiner Holzstrategie 2050. Die Baudirektion muss sich deshalb die Frage gefallen lassen, weshalb sie trotz besseren Wissens an ihren Plänen auf Biegen oder Brechen festhält.
Verena Berger, Präsidentin Gegen-Wind Knonaueramt
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