Die OECD warnt: Energiewende ohne Kernkraft wird «prohibitiv teuer»
Ein neuer Bericht der Nuclear Energy Agency (NEA) der OECD zeigt: Ein Stromsystem, das vollständig auf Sonne und Wind setzt, wird langfristig extrem teuer. Solange fossile Kraftwerke Erzeugungslücken abfedern können, bleiben die Kosten überschaubar – fällt diese Option aus Klimaschutzgründen weg, braucht es enorme Investitionen in Speicher, Netzausbau und Lastmanagement.
Ohne Kernkraft «prohibitiv teuer»
Laut der Studie wird ein Stromsystem ohne Kernenergie «prohibitiv teuer» – vor allem, weil sich der globale Strombedarf bis 2050 durch Elektromobilität, Industrie und KI-Rechenzentren nahezu verdoppeln könnte. Kernkraft gilt als verlässliche, steuerbare Energiequelle, die den Bedarf an teurem Netzausbau und Reservetechnologien senkt.

Weltweit haben bereits 38 Staaten das Ziel unterschrieben, die globale AKW-Kapazität bis 2050 zu verdreifachen (heute rund 400 Gigawatt). Realistisch hält die NEA jedoch nur ein Wachstum auf rund 619 Gigawatt – sofern bereits geplante Projekte wie vorgesehen umgesetzt werden.
Grösstes Hindernis: Fachkräftemangel, nicht Geld
Für die angestrebte Verdreifachung bräuchte es in den OECD-Staaten jährliche Investitionen von bis zu 200 Milliarden Dollar – fast 20-mal mehr als im letzten Jahrzehnt. Das grösste Hindernis ist laut der Studie aber nicht das Kapital, sondern der Mangel an qualifiziertem Personal: Die gleichzeitige Bau-Kapazität müsste sich von rund 9 auf über 40 Gigawatt mehr als vervierfachen.
Geteiltes Echo in der Schweiz
Das Schweizer Nuklearforum sieht die Studie als Bestätigung, dass die Schweiz die Aufhebung des AKW-Neubauverbots diskutieren sollte. Die AEE Suisse widerspricht: Laut einer eigenen Modellrechnung sei ein auf erneuerbaren Energien und Speichern basierendes System für die Schweiz – auch dank der vorhandenen Speicherwasserkraft – jährlich rund 5 Milliarden Franken günstiger als der Bau neuer Kernkraftwerke.
Quelle: Jürg Meier, «Die OECD warnt vor enormen Kosten der Energiewende», Neue Zürcher Zeitung, 6. Juli 2026.



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